Die Balearen, als touristisch geprägte Region mit einer Wirtschaft, die seit den 1960er Jahren hauptsächlich vom Tourismus lebt, stehen vor einer ernsthaften Wohnungsmarktkrise. Während es in den 1980er, 1990er Jahren und bis zum Anfang des 21. Jahrhunderts noch möglich war, durch das Einkommen aus dem Tourismussektor Immobilien zu erwerben, hat sich diese Lage grundlegend verändert. Die Immobilienpreise sind heute so hoch, dass es für junge Menschen nahezu unmöglich geworden ist, Eigentum zu erwerben und damit ihre Lebenspläne so zu gestalten wie ihre Eltern. Die Kosten für den Lebensunterhalt, einschließlich eines der teuersten „Warenkörbe“ in Spanien, sind stark gestiegen, während die Gehälter nicht im gleichen Maße angepasst wurden. Dies führt zu einer unzureichenden Sparfähigkeit, um Hypotheken in Höhe von über 300.000 Euro zu stemmen.
Zusätzlich erschwert die hohe Lebenshaltungskostenstruktur die Anwerbung verschiedener Berufsgruppen vom Festland, darunter Ärzte, Pflegekräfte, Polizisten und Servicepersonal. Es kommen vor allem Arbeitskräfte aus Ländern mit noch schlechteren Bedingungen, die häufig in substandardisierten Wohnverhältnissen leben müssen. Trotz einer niedrigen Geburtenrate und diesen Anwerbungsproblemen prognostiziert das Nationale Statistische Institut ein Bevölkerungswachstum, mit einem Bedarf von etwa 100.000 neuen Wohnungen bis 2037, was eine ungewöhnlich hohe Bautätigkeit erfordern würde – etwa zwanzig Wohnungen pro Tag. Dies erscheint angesichts der begrenzten geographischen Fläche der Inseln jedoch sehr unwahrscheinlich. Insgesamt zeigt sich, dass die Kombination aus begrenztem Wohnraumangebot, starkem Interesse ausländischer Investoren und hohen Lebenshaltungskosten die Situation junger Balearenbewohner drastisch verschärft und die sozialen sowie wirtschaftlichen Herausforderungen der Region weiter verstärkt.