Eine im Februar 2025 eingeführte britische Regelung verlangt von Importeuren höhere Zölle auf Weine mit einem Alkoholgehalt über 12,5%. Dies betrifft insbesondere spanische Weine, vor allem Rotweine, die aufgrund des wärmeren Klimas in Spanien tendenziell einen höheren Alkoholgehalt als Weine aus anderen europäischen Ländern aufweisen. Während der Gärung führt der höhere Zuckergehalt in den Trauben zu einem höheren Alkoholgehalt im Endprodukt. Dadurch haben spanische Rotweine im britischen Markt mit einer starken Steuererhöhung zu kämpfen.
Jose Luis Benitez, Direktor der Spanischen Weinföderation, erklärte, dass die spanischen Rotweine, die im Vereinigten Königreich beliebt sind, „am stärksten von der Steuererhöhung betroffen“ seien. Er betonte zudem, dass das neue Steuersystem Bier und bestimmte Schaumweine begünstige. Vor der Änderung hing die Weinsteuer im Vereinigten Königreich von der Flüssigkeitsmenge ab, nicht vom Alkoholgehalt.
Die Daten des spanischen Wein-Interprofessionellen Verbandes zeigen, dass die spanischen Weinexporte in das Vereinigte Königreich in den ersten vier Monaten des Jahres 2025 um 7,5 % auf 111 Millionen Euro (127,32 Millionen US-Dollar) im Wert zurückgingen, was die Befürchtungen durch US-Zölle in den Hintergrund treten lässt. Im Gegensatz dazu stiegen die spanischen Exporte in die Vereinigten Staaten, wo die Nachfrage der Importeure gestiegen ist, um mögliche US-Zollerhöhungen auszugleichen, um 9 % auf 119,6 Millionen Euro.
Auch Frankreich und Italien verzeichneten Rückgänge bei ihren Exporten nach Großbritannien von 6 % beziehungsweise 6,7 %. Spanische Produzenten äußerten, dass die neuen Zölle die Wettbewerbsfähigkeit beeinträchtigen, die bereits durch höhere Kosten nach dem Brexit belastet ist.
Nicola Thornton, Gründerin des Weinausfuhrunternehmens Spanish Palate aus Toro in Nordwestspanien, erklärte: „Es macht unsere Preise viel, viel höher. Die Steuer ist definitiv ein Thema, das vorne steht. Jeder fragt jetzt: Wie hoch ist der Alkoholgehalt?“
Benitez fügte hinzu, dass britische Importeure für die überwiegend roten Weine jetzt etwa 20 % mehr zahlen müssten. Richi Arambarri, Geschäftsführer des im Rioja ansässigen Weinguts Vintae, bestätigte gegenüber Reuters, dass dies zweifellos Auswirkungen habe: „England ist ein großer und historischer Markt für spanische Weine.“