Hinter der bunten Fassade der Second-Hand-Läden der Deixalles Stiftung auf Mallorca verbirgt sich ein umfangreiches Netzwerk von Werkstätten, in denen Textilien, Möbel, Bücher, Elektronik und andere Gegenstände aufbereitet und upgecycelt werden. Das Projekt verwandelt scheinbar nutzlosen Abfall in wertvolle Produkte und bietet gleichzeitig sozial benachteiligten Menschen neue Perspektiven.
Im ersten Produktionsschritt werden Kleidungsstücke und Stoffreste gesichtet und weiterverarbeitet. So entstehen aus alten Jeans Taschen und Rucksäcke. Diese Arbeiten finden im Rahmen sozialer Programme statt, die den Menschen den Wiedereinstieg in den Arbeitsmarkt ermöglichen. Unter dem Motto „Hecho a medida“ können Frauen in schwierigen Lebenssituationen Nähkurse absolvieren und damit den ersten Schritt in Richtung wirtschaftliche Selbstständigkeit gehen.
Der Großteil der Spenden besteht aus Kleidung, oft schnell aussortiert durch die Modeindustrie des „Fast Fashion“, die als eine der umweltschädlichsten Industrien weltweit gilt. Deixalles arbeitet neben der Sortierung und Weiterverarbeitung eng mit sieben Second-Hand-Läden auf Mallorca zusammen, in denen gut erhaltene Stücke verkauft werden. Möbel, die oft von Schließungen oder Renovierungen von Hotels stammen, erhalten hier ebenfalls eine kreative Neugestaltung.
Darüber hinaus betreibt die Stiftung Buchwerkstätten, in denen gebrauchte Bücher katalogisiert und verkauft werden. In den Gemeinden Calvià und Manacor werden zudem Lesekreise veranstaltet, bei denen Literatur geteilt und diskutiert wird. Die Vielfalt der gesammelten Gegenstände reicht bis hin zu kleinen Schätzen wie Schmuck und Brillen, die in einer Art Flohmarkt-Werkstatt entdeckt werden.
Die Leitung der Stiftung liegt seit 2010 bei Xesca Marti, einer Umweltwissenschaftlerin aus Vilafranca, die sich bereits seit den 1990er Jahren für nachhaltige Projekte gegen die Verbrennung von Abfällen einsetzt. Bei Deixalles wird nicht nur der ökologische Mehrwert gemessen – beispielsweise durch einen CO₂-Rechner, der den vermiedenen Ausstoß durch Wiederverwendung dokumentiert – sondern auch der soziale Nutzen in Form von geförderten Ausbildungstagen.
Deixalles ist somit mehr als eine Recyclingstätte; es ist ein Ort der Solidarität, des sozialen Zusammenhalts und einer neuen Vorstellung von Wohlstand, bei der der Wert eines Gegenstands nicht nur in Euro bemessen wird. Trotz der positiven Entwicklung bleiben Herausforderungen wie Wohnungsmangel und steigende Lebenshaltungskosten auf Mallorca bestehen, die das Leben vieler Menschen weiterhin erschweren.
Standorte zur Abgabe und zum Kauf von Artikeln:
– Palma: C/. del Cedre, 11
– Soller: C/. del Desviament, 48
– Felanitx: C/. d’Antoni Maura, 30
– Capdepera: C/. dels Fusters, 12–13, Polígono Capdepera
– Manacor: C/. Creuers, 17
– Calvià: C/. d’Alacant, 9, Polígono Son Bugadelles
– Inca: C/. dels Teixidors, 10, Polígono Can Matzarí
Boutiquen in Palma:
– C/. Blanquerna 6a
– C/. Pascual Ribot 1 (Plaza España)
Die Stiftung arbeitet unter anderem mit dem Reiseveranstalter Tui zusammen, um Nachhaltigkeit und soziale Integration auf der Insel weiter zu fördern.