Die Insel Mallorca steht vor einer ernsten Dürrekrise, die dringende Maßnahmen erfordert. Trotz Alarmzeichen, die bereits von Regierungsexperten geäußert wurden und eine Notsituation bestätigen, reagiert die balearische Regionalregierung bisher unzureichend. Laut dem Abgeordneten Marc Pons befindet sich das Gebiet Mancomunitat del Pla de Mallorca offiziell in einer Dürrewarnstufe, jedoch beschreiben Experten die Lage als Notstand, der sofortiges Handeln erfordere. Die Sozialistische Partei (PSIB-PSOE) kritisiert die Regierung scharf, da sie wichtige Informationen zurückhält und keine ausreichenden Maßnahmen zur Reduktion des Wasserverbrauchs oder zur Verbesserung der Infrastruktur ergreift.
Gefordert werden Transparenz, die Suspendierung neuer urbaner Bauprojekte, die nicht an die Wassersituation angepasst sind, sowie die Beschleunigung von Bauvorhaben zur Verbesserung der Wasserversorgung. Zudem soll die Gebührenordnung für Großverbraucher verschärft, ein Investitionsplan gestartet und ein Programm gegen illegale Brunnen etabliert werden. Die Sozialisten verlangen ein sofortiges Eingreifen der Regierung, inklusive der Bereitstellung von Wassertransporten mit Lastwagen zu betroffenen Gemeinden.
Weiterhin kritisieren sie die von der balearischen Präsidentin Marga Prohens genehmigte Urbanisierung auf landwirtschaftlichen Flächen, die den Wasserverbrauch erhöht und dem Klimawandel entgegenwirkt. Auch der Umfang des Massentourismus, der durch neue touristische Unterkünfte gefördert wird, verschärft die Wasserknappheit erheblich. Die Sozialistin Amanda Fernández weist darauf hin, dass durch die Politik der derzeitigen Regierung wichtige Umwelt- und Wasserschutzmaßnahmen vernachlässigt werden, wodurch die Wasserkrise weiter eskaliert.
Der Bürgermeister von Santa Eugènia und PSIB-PSOE-Kommunalpolitiker Pep Lluís Urraca fordert den Bau eines Wasserleitungsnetzes, um die Insel besser an Entsalzungsanlagen anzubinden. Angesichts stark steigender Bevölkerungszahlen, etwa einem Zuwachs von 33 % in vier Jahren in Santa Eugènia, müsse sofort gehandelt werden, um die Versorgungssicherheit dauerhaft zu gewährleisten.
Die Dürreproblematik stellt eine existenzielle Herausforderung für Mallorca dar, die ohne entschlossenes Handeln der Regierung und Anpassungen im Bereich Stadtentwicklung und Tourismus nicht bewältigt werden kann. Die Forderungen der Sozialisten richten sich auf kurzfristige Notmaßnahmen und langfristige Strategien zur Wasserversorgungssicherung und zum Schutz der natürlichen Ressourcen der Insel.