Das geplante Projekt zur Verlängerung der Bahnlinie nach Alcúdia auf Mallorca hat erhebliche Kritik von Umweltschützern und lokalen Organisationen hervorgerufen. Die Gruppierung GOB bezeichnet das Vorhaben als nicht nachhaltig, sozial ungerecht und rechtlich fragwürdig. Besonders kritisiert wird das Verfahren des Regionalregierungsdokuments, das ohne Einbindung der Einwohner, Landwirte und relevanter Organisationen bearbeitet wurde. Um diesen Mangel zu beheben, fordert der GOB eine Verlängerung der Frist für Einwände und die Einführung eines echten Beteiligungsprozesses.
Das Umweltkollektiv wendet sich insbesondere gegen die Streckenoptionen A1 und A2, die ihrer Meinung nach erhebliche Auswirkungen auf Umwelt, Stadtentwicklung und Kulturerbe hätten. Sie schlagen stattdessen eine alternative Route entlang der im Straßenplan reservierten Flächen neben der Ma-13 vor, um die Zersplitterung des Gebiets zu minimieren. Wird diese Alternative nicht berücksichtigt, seien die „Marjal“ von Sa Pobla, die Obstgärten und traditionellen Bewässerungssysteme in Gefahr. Zudem warnen sie vor den gravierenden Folgen von Bohrungen in den Bergen von Son Fe und Sant Martí, die von außergewöhnlicher paläontologischer, archäologischer und hydrogeologischer Bedeutung sind.
Weiterhin könnten die derzeit in Betracht gezogenen Strecken den Naturpark S’Albufera sowie überflutungsgefährdete Gebiete beeinträchtigen, was gegen verschiedene Schutzvorschriften und Auflagen verstoßen würde. Die Umweltorganisation kritisiert zudem das zugrundeliegende Mobilitätsmodell des Projekts als falsch, da es primär touristischen Interessen diene und nicht den Bedürfnissen der Bewohner gerecht werde.